Geschichte von Fuerteventura

ab 1100 v. Chr.: Phönizische Seefahrer betreten die Kanarischen Inseln.

um 800 v. Chr.: Die antiken griechischen Schriftsteller Homer und Hesiod erzählen von paradiesischen Inseln jenseits der Straße von Gibraltar.

ab 500 v. Chr.: Berber aus Afrika besiedeln die Kanarischen Inseln.

25 v. Chr.: Der römische Vasall König Juba II. von Mauretanien sendet ein Expeditionskorps zum Archipel.

2 Jh. N. Chr. Der alexandrinische Geograf Ptolemäus verortet den Rand der Welt an den Kanarischen Inseln.

4. Jh. n. Chr.: Mit dem Zerfall des Römischen Reiches geraten die Kanarischen Inseln aus dem Blickfeld der Europäer.

999: Dem Araber Ben Farroukh gelingt die Wiederentdeckung der Kanarischen Inseln.

1336: Lancelotto Malocello landet auf der nach ihm benannten Insel Lanzarote.

1341: Die liberischen Königreiche Portugal, Kastilien und Aragonien rivalisieren um den Besitz der Kanarischen Inseln. Es werden mehrere Expeditionen entsendet.

1344: Die Kirche meldet Besitzansprüche. Papst Clemens VI. verleiht den Königstitel an den „herrenlosen“ Inseln seinem Untertan Luis de la Cerda, Sohn des Alfons von Kastilien. Der Besitztitel geht damit an die kastilische Krone.

1402: Jean de Béthencourt, ein normannischer Adliger erobert Lanzarote und trägt den Titel „König der Kanarischen Inseln“.

1404/5: Béthencourt besetzt Fuerteventura und gründet im Zentrum der Insel Betancuria und macht sie zur Hauptstadt.

ab 1418: Das Inselarchipel wird in den kommenden Jahren mehrfach verkauft und getauscht.

1454: Für 400 Jahre gehen die Ostinseln Fuerteventura und Lanzarote in den Besitz einer andalusischen Adelsfamilie über.

1474: Die Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragonien bereitet eine wichtige Stufe bei der Staatenbildung Spaniens: die um die Vorherrschaft ringenden Königreiche vereinigen sich.

1479: Der Papst teilt den Atlantik zwischen den aufstrebenden Kolonialmächten Spanien und Portugal auf. Das kanarische Archipel wird endgültig Spanien zugesprochen.

1483-96: Die spanische Krone schaltet sich direkt in die Conquista der Kanaren ein und erobert die Inseln Gran Canaria, La Palma und Teneriffa.

ab 1500: Wegen des enormen Weizenanbaus gilt Fuerteventura zusammen mit Lanzerote als kornreichste Orte der Kanaren.

1514: Die Altkanarier werden den spanischen Siedlern gleichgestellt.

ab 1550: Die Bewohner Fuerteventuras müssen für die Sklavenrazzien auf dem schwarzen Kontinent einen hohen Preis bezahlen: Dörfer werden verwüstet, Bewohner verschleppt.

1593: Der berberische Kosar Morato Arráez brandschatzt die Inselhauptstadt Betancuria und raubt Bewohner und Tiere.

ab 1595: Die europäischen Großmächte kämpfen um Kolonien, Stützpunkte und Schiffartswege. Die Kanischen Inseln werden immer wieder von englischen, französischen und holländischen Korsaren angegriffen.

17.Jhr.: Viele Bewohner werden aufgrund Hungersnöten und Dürre in die Emigration getrieben.

1675: Der Inselherrscher verlegt seine Residenz nach Teneriffa

18. Jhr.: Das wirtschaftliche Machtzentrum verschiebt sich von der Iberischen Halbinsel in den Nordseeraum. England und Holland dominieren den internationalen Handel

1708: Der in Oliva stationierte Militätoberst übernimmt die Zivilmacht

1720-23 Ein Drittel der Bewohner flieht vor der Hungersnot nach Gran Canaria und Teneriffa

1740: In Tuineje werden Angriffe englischer Kosaren abgewehrt

1741-43: Die spanische Krone lässt bei El Cotillo und Caleta de Fustes Festungstürme errichten

Ende des 18. Jh.: Barilla wird wichtigstes Exportgut

1815: Die vorübergehende Liberalisierung auf dem spanischen Festland zeigt auf dem Archipel keine Wirkung.

1834: Im Dezember 1834 wird Antigua vorübergehend Inselhauptstadt, wird aber schon im darauf folgenden Jahr von La Oliva abgelöst.

1837: In ganz Spanien wird die Feudalherrschaft abgeschafft: Fuerteventura ist nicht länger im Besitz des Adels, sonder wir direkt der spanischen Krone unterstellt

1852: Den kanarischen Häfen wird der Freihandelstaus gewährt

ab 1854: Fuerteventura erlebt dank des Exports von Farbstoff einen wirtschaftlichen Aufschwung

1859: Königin Isabella II. löst die Institution des Militätobersten in La Oliva auf

1860: Puerto del Rosario wird Inselhauptstadt

ab 1880: Der Freihandel lockert die ökonomischen Bande zum Mutterland

1898: Deutschland, Frankreich und Belgien bemühen sich vergeblich um den Kauf der Kanarischen Inseln

1912: Durch die Einrichtung eines Inselrates erhält Fuerteventura Selbstverwaltungsrechte

ab 1914: Der U-Boot Krieg im Ostatlantik führt zu einer totalen Isolation der Kanarischen Inseln von der Außenwelt

ab 1918: Der wirtschaftliche Einfluss der Briten geht zurück

1924: Fuerteventura wird zur „Insel der Verbannten“

1936: Der nach Teneriffa strafversetzte General Franco unternimmt am 18. Juli einen Staatstreich gegen die demokratisch gewählte republikanische Regierung in Madrid

1940-44: Spanien erklärt sich im Zweiten Weltkrieg für neutral

ab 1945: Unter der Herrschaft Francos werden die Kanarischen Inseln stärker an das Mutterland gebunden. Auf Fuerteventura werden Talsperren gebaut

ab 1960: Die Franco-Regierung gewährleistet politische und fiskalische Rahmenbedingungen, aufgrund derer sich ausländische Investoren sichere Profite ausrechnen dürfen

1966: Auf Fuerteventura sind die touristischen Anfänge bescheiden: das erste Hotel in Jandía wird von einem Deutschen gebaut

1975: Nach dem Tod Francos leitet sein Nachfolger König Juan Carlos I. den Demokratisierungsprozess

1980: Die Fremdenlegionäre, die etwa ein Viertel der Bevölkerung stellen, führen sich wie die Herren der Insel auf. In Puerto del Rosario kommt es zu Aufständen

1982: Die Kanarischen Inseln erhalten einen Autonomiestatut. Auf Fuerteventura wird verstärkt in Tourismus investiert

1986: Spanien wird Vollmitglied der NATO und EG

ab 1992: Nach kurzer Tourismuskrise nimmt die Zahl der Besucher auf allen Inseln wieder zu

1996: Der dem Archipel eingeräumte wirtschaftliche Sonderstatus wird aufgehoben

1999: Ehrgeiziges von der EU unterstütztes Programm zur Verschönerung der Insel

2000: Auch auf Fuerteventura beginnt man mit der verstärkten Förderung des ländlichen Tourismus

2002: Nach NATO-Mannövern der spanischen Marine werden 15 tote Wale an den Stränden Fuerteventuras gefunden

2004: Eine Mehrzahl der Bevölkerung spricht sich gegen Ölbohrungen vor den Küsten aus

2006-2007: Noch immer suchen Immigranten ohne Dokumente ihr Glück auf der Insel